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Inhaltsbereich: Russland und die Schweiz

Das Phänomen der Russinnen und vermögender Russen in der Schweiz - oder genauer und besser in Mittel-Westeuropa - gibt es nicht erst seit dem globalisierten Internetzeitalter und dem Fall des Eisernen Vorhangs.

In der Schweiz haben nicht bloss Lenin, General Suworow, Dostojewski oder Solschenizyn Spuren hinterlassen. Ab Mitte des 18. bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts schien ein kürzerer oder längerer Aufenthalt in der Schweiz für Russische Adelige, Schriftsteller und Revolutionäre (und dies oftmals in ein und derselben Person) zu einer standesgemässen Selbstverständlichkeit zu gehören. Manche kamen freiwillig, nicht wenige aber flüchteten aus ihrem Heimatland und schätzten die Schweiz als sicheren Hort vor Verfolgung durch die zaristische Geheimpolizei und als Basis revolutionärer und umstürzlerischer Agitation und Propaganda gegen die politischen Verhältnisse in Russland.
Und nicht zuletzt hat mit Alexander I. ein Russischer Zar auf dem Wiener Kongress wesentlich zur Anerkennung der "immerwährenden bewaffneten Neutralität" und damit einer noch heute gültigen Doktrin Schweizerischer Aussenpolitik durch die übrigen europäischen Mächte beigetragen. Dabei schloss sich gewissermassen ein Kreis, wurden doch Alexander I. wie auch sein Bruder, Grossfürst Konstantin, ab 1782 während einiger Jahre durch den Genfer Juristen
Frédéric-César de la Harpe, einer schillernden und während der Zeit der Helvetik (1798 bis 1803) einflussreichen politischen Persönlichkeit der damaligen Eidgenossenschaft, unterrichtet und erzogen.

Nicht ganz so zahlreich wie Russische Spuren in der Schweiz sind - was angesichts der Grössen- und Bevölkerungszahl-Verhältnisse der beiden Länder wenig überrascht - die Spuren von SchweizerInnen in Russland. Meist sind Schweizer Militärs, Gelehrte und Pädagogen dem Ruf oder der Einladung des jeweiligen Zaren gefolgt. Einen besonders prominenten Platz in der Geschichte Russisch-Schweizerischen kulturellen und technischen Austausches nehmen die unzähligen Tessiner Baufachleute mit dem Architekten Domenico Trezzini als wohl bekanntestem ein, welche ab 1703 in unterschiedlichen Berufen bei der Planung, Gestaltung und dem Bau von St. Petersburg beteiligt waren.
Neben dieser namentlich bekannten und dokumentierten sowie oft zeitlich begrenzten Emigration von SchweizerInnen nach Russland gab es die ungleich grössere und meist dauerhafte Eimigration von SchweizerInnen meist landwirtschaftlicher Herkunft oder aus Bergregionen nach Russland. Die Schweiz zählte bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zum Armenhaus Europas und konnte seine eigene Bevölkerung kaum dauerhaft ausreichend ernähren. Auswanderungswellen, auch von der Obrigkeit geförderte, waren deshalb nichts aussergewöhnliches. Der Weg und die Reise nach Russland waren kaum kürzer oder weniger beschwerlich, aber wahrscheinlich weniger gefährlich und auch billiger als die Schiffsüberfahrt nach Amerika, dem wohl klassischen Immigrationsland des 19. und 20. Jahrhunderts.

Bei der Russisch-Schweizerischen Spurensuche wünsche ich Ihnen viel Spass - möglicherweise werden Sie dabei auch dies und jenes weniger Bekannte zur Geschichte der Schweiz erfahren.

Alle Zitate der Seiten RussInnen in CH sind dem Buch Die russische Schweiz von Michail Schischkin, ISBN 3 85791 4386, erschienen im Limmat Verlag Zürich, entnommen.

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